Warum ist „künstliche Intelligenz“ für mich als Coach ein wichtiges Thema?

„Elements of AI“ – so lautet der Titel eines großartigen Online-Kurses der Universität Finnland, den ich gerade absolviert habe. Nachdem künstliche Intelligenz (KI) nicht nur in der medialen Öffentlichkeit immer wichtiger wird, sondern tatsächlich zunehmend in unsere Leben einzieht, wollte ich besser verstehen, worum es wirklich geht.

Als Beraterin und Coach, zwar mit reichlich digitaler Erfahrung und etwas IT-Hintergrund in meiner Biografie, aber ohne selbst jemals Programmiererin gewesen zu sein.

Zertifikat Artificial Intelligence Course

Warum ist „künstliche Intelligenz“ nun aber für mich ein so wichtiges Thema? Dies hat mindestens drei Gründe. Die ersten beiden haben mit meinem Job zu tun, der dritte ganz einfach damit, Mensch und Bürgerin zu sein.

  • Viele meiner Klienten haben mit der fortschreitenden Digitalisierung zu tun. Einige wenden schon heute KI selbst an (beispielsweise als Software-Unternehmer mit Deep Learning Expertise oder als Biologe und Environmental Data Scientist), andere werden dies künftig tun. Die Jobs manch anderer Kunden werden aber auch aufgrund des Einsatzes von künstlicher Intelligenz verschwinden oder sich stark verändern. Neue werden entstehen.Beeindruckend, wenn auch umstritten, sind die Zahlen einer Studie der Oxford University: Sie ergab, dass ungefähr 47% der US-amerikanischen Arbeitsplätze durch die weitere Digitalisierung wegfallen könnten. Das Forscherteam um Carl Benedikt Frey und Michael A. Osborn analysierte hierfür 702 Berufe. Betroffen werden ihnen zufolge v.a. Tätigkeiten sein, bei denen es auf Mustererkennung und Reiz-Reaktions-Schemata ankommt. Denn hier liegen die Stärken von KI.
  • Der Einsatz von KI bietet beeindruckende Chancen – man denke etwa an personalisierte Therapien für schwere Krankheiten oder selbstfahrende Autos, die uns weniger Verkehrsopfer und gewonnene Lebenszeit bringen. Sie birgt aber auch Gefahren. Künstliche Intelligenz per se ist weder „gut“ noch „schlecht“. Ihre Wirkung hängt u.a. davon ab, auf welche Ziele hin sie programmiert wird, anhand welche Daten sie lernt und ob all dies offen und transparent oder in einer „black Box“ geschieht. Hierfür brauchen wir einen Rahmen, den nicht einzelne globale Firmen oder z.B. die chinesische Regierung setzen, sondern den wir in demokratischen Gesellschaften diskutieren und gemeinsam gestalten sollten. Davon bin ich überzeugt. Dies geht aber nur, wenn sich möglichst viele Menschen wenigstens in Ansätzen damit beschäftigen.

„Elements of AI“ ist ein Projekt der Universität Helsinki und des Beratungsunternehmens Reaktor. Die Regierung in Helsinki hat sich zum Ziel gesetzt, dass schon bald 1% der finnischen Bevölkerung grundlegendes Wissen über KI besitzen. So soll das kleine Land im Norden Europas vielleicht nicht bei der Entwicklung, dafür aber bei der Anwendung dieser Zukunftstechnologie vorn mit dabei sein. Was wäre, wenn wir uns dieses Ziel hierzulande zum Vorbild nehmen?

Ich bin mir sicher: Auch mich wird das Thema „künstliche Intelligenz“ so schnell nicht mehr loslassen. Was hinter Begriffen wie neuronalen Netzen, Deep Learning oder „unsupervised learning“ steckt und warum auch ein Algorithmus Vorurteile haben kann, dazu konnte ich bei „Elements of AI“ einiges an Grundwissen mitnehmen. Das Schöne: Der Online-Kurs vermittelt einem die Grundlagen der künstlichen Intelligenz so, dass man fast nur seinen gesunden Menschenverstand einsetzen muss. Ich durfte viele Aufgaben lösen und durchaus auch einige kniffelige Fragen beantworten, musste aber keine Zeile Code programmieren. Mal sehen, das Coden kommt dann vielleicht später? Für dieses Jahr haben die Macher einen zweiten Teil angekündigt …

Wer neugierig geworden ist:
Hier geht’s direkt zu „Elements of AI“ (auf Englisch)

https://www.elementsofai.com/

5. Februar 2019|

You decide about your Story: Die Kraft der eigenen Geschichte

 „Du entscheidest über deine Geschichte.“ Oder „You decide about your story.” Egal in welcher Sprache: Dies ist für mich ein ganz wichtiger Satz.

Ich habe festgestellt, dass in dieser Aussage, so einfach sie auf den ersten Blick auch wirken mag, ganz viel steckt – bzw. dass man sehr viel daraus schöpfen kann. Dies habe ich für mich persönlich erlebt, aber auch bei vielen meiner Klientinnen und Klienten beobachtet. Deswegen widme ich diesem Satz heute einen eigenen Blog-Beitrag.

„You decide about your story“ verweist für mich zum einen auf die Freiheit, die die allermeisten von uns haben. Gleichzeitig spricht er auch die Verantwortung an, die sich für uns daraus für unser eigenes Leben ergibt.

Lebensgeschichte Story

Wenn wir unsere eigene Lebensgeschichte, unsere berufliche Biografie oder auch – als Unternehmerin oder Unternehmer – die eigene Firmengeschichte anschauen, dann stecken wir in der Story, um die es geht, gerade mittendrin. Wichtig ist dabei: Diese Geschichte hat zwei Teile. Einer liegt in der Vergangenheit und einer in der Zukunft. Über beide können wir entscheiden: „You decide about your story“, gilt für beide Blickrichtungen, für das was war und das was in Zukunft passieren wird.

Ja, auch für den Teil unserer Geschichte, der in der Vergangenheit spielt, können wir heute aktiv entscheiden, wie unsere Story lautet. Dabei geht es nicht darum, dass wir uns eine fiktive Geschichte ausdenken und uns und anderen etwas vormachen oder gar vorlügen. Sondern es geht darum, dass eine Story immer subjektiv ist.

Je nachdem, wie wir die objektiven Fakten interpretieren, was wir betonen und was wir weglassen, für welchen roten Faden in der Geschichte wir uns also entscheiden, kann unsere Story ganz unterschiedlich lauten. Sie wird sich für uns auch anders anfühlen. Und entsprechend anders wird diese Story dann vermutlich auch in der Zukunft weitergehen …

Machen wir einen kurzen Exkurs in die Filmwelt: Vielleicht haben Sie schon einmal gehört, dass bei einem Film zwischen dem Plot und der Storyline unterschieden wird. Der Plot beschreibt die vordergründige Aneinanderreihung von Ereignissen – dies wäre in unserem Fall der Lebenslauf mit all seinen Daten und Fakten oder die chronologische Unternehmensgeschichte. In der Story geht es jedoch um das Leitmotiv und die Gefühle des Helden. Hier stehen Kopf und Herz im Mittelpunkt, eine Geschichte vergisst man nicht so leicht.

Lernen wir jemanden kennen und erzählen ihm aus unserem Leben, dann schildern wir ihm oder ihr unsere persönliche Story, nicht den Plot unseres Lebens. Wenn wir nicht gerade in einem Vorstellungsgespräch sitzen, geht meist nicht um eine vollständige Auflistung von Jahreszahlen und Ereignissen, sondern darum, was uns bislang wichtig war und heute wichtig ist, und auch um die Emotionen, die wir dabei erlebt haben. Unser persönliches WARUM hat bei der Auswahl der Dinge, die wir erwähnen, einen wichtigen Anteil.

Übrigens haben Geschichten in den letzten Jahren auch in die Unternehmens­kommunikation verstärkt Einzug gehalten. Dies hängt mit der starken Wirkung von echten Stories zusammen. Wir Menschen lieben seit jeher gute Geschichten, sie transportieren Emotionen, sie können uns Kraft geben und inspirieren. Storytelling ist ein wirkungsvoller und inzwischen ein sehr beliebter Ansatz im Marketing und in der PR vieler erfolgreicher Firmen von Siemens über Apple bis hin zu Google.

Die „Zutaten“ einer guten Story sind dabei – da sind sich alle einig: ein Grund, warum sie erzählt werden (hier kommt wieder unser persönliches WARUM ins Spiel, ein Held (ja, das sind wir!), ein Konflikt sowie Emotionen.

Konflikte gehören somit nicht nur dazu, ein Konflikt sogar zentral für eine Story. Auch für Ihre persönliche Geschichte sind die Wendepunkte, die Krisen und Weichenstellungen also ganz wichtig. Steckt man mittendrin, mag man sich oft eine stabile „langweilige“ Phase wünschen, aber erst mit diesen Punkten und deren Lösung entwickeln wir uns weiter und können wachsen.

Entscheidend ist dabei: Können wir die Krise als Möglichkeit zur Weiterentwicklung, als Übergang zu einem neuen positiven Kapitel sehen?

Wollen Sie Ihrer persönlichen Story auf den Grund gehen, lohnt es sich, einmal für sich diese Fragen zu beantworte:

  • Welche zentralen Wendepunkte, Krisen und Konflikte gab es bisher in Ihrem Leben
  • Wie ging es Ihnen damals? Was haben Sie gefühlt und warum?
  • Haben Sie sich eher als handelnder Akteur erlebt oder als passives „Opfer“ der Umstände? Falls Sie sich bislang eher passiv erlebt haben: Was passiert, wenn Sie testweise die Geschichte einmal so formulieren, dass Sie etwas aktiv (wenn vielleicht auch unbewusst) entschieden haben? Die Entscheidung kann dabei übrigens auch darin bestehen, einen Weg nicht zu gehen, etwas nicht zu tun.
  • Was haben Sie an diesem Punkt in Ihrem Leben mitgenommen?
    • Was war an dieser Stelle wichtig und hat Ihnen geholfen?
    • Wofür sind Sie möglicherweise dankbar?
    • Was war hinterher anders?
    • Welches „Learning“, welche Stärke oder welche Fähigkeit hat seitdem einen festen Platz in Ihrem „persönlichen Rucksack“?
    • Übrigens, meist haben wir uns an eine bestimmte Einordnung bzw. Deutung von Ereignissen gewöhnt. Dies war allerdings häufig eine (unbewusste) Entscheidung unter mehreren Alternativen. Und die könnten wir ggf. auch heute noch anders treffen!Die Story eines jeden Menschen – und auch eines jeden Unternehmens – sagt viel über unsere eigene Identität, unser eigenes Selbstverständnis aus. Sie hilft uns dabei, zwei grundlegende, persönliche Fragen zu beantworten: Wer bin ich? Und warum bin ich hier?

Es lohnt sich, sich die eigene Geschichte zu erzählen und sich bewusst für eine „stimmige“ Story zu entscheiden! Von einer starken Story geht eine Kraft aus, die einen für den weiteren Weg motiviert. Sie schärft den Fokus (manchmal gibt sie auch überhaupt erst einen), sie hilft tagtäglich dabei, unter mehreren Alternativen die „richtige“ Option zu erkennen, sie gibt einem Mut und Sicherheit für die vielen kleinen und manchen großen Entscheidungen auf dem weiteren Weg. Sie ist damit u.a. auch ein wirksames Mittel gegen Zögern, Blockieren und Verzetteln.

Klar ist: Natürlich haben wir nicht allein Einfluss auf unsere Story. Auch die Rahmenbedingungen, andere Menschen etc. sind hierfür wichtig. Die Interpretation der bisherigen Story und unsere Entscheidungen in Bezug auf unsere künftige Geschichte, die gehören jedoch uns selbstWir können Sie gestalten und wir sind dafür verantwortlich. Meine Erfahrung ist: Wer seine Story aktiv formuliert und sich klar für sie entschieden hat, der wird automatisch schneller und fühlt sich sicherer nach vorn und gekräftigt nach hinten.

Übrigens, häufig ist es leichter, sich mit der eigenen Geschichte zu beschäftigen und besonders auch neue Sichtweisen zu entdecken und sie neu zu interpretieren, wenn man dabei einen anderen Menschen als Sparringspartner(in) an seiner Seite hat. Daher ist die Entscheidung über die eigene Story auch immer wieder ein wichtiges Thema in meinen Coachings.

 „You decide about your Story“: Das Wichtigste in Kürze

  • Wir entscheiden bewusst über unsere bisherige Geschichte. Es sind fast immer mehrere „rote Fäden“ möglich, je nachdem, wie wir die Ereignisse der Vergangenheit interpretieren und in welchen Kontext wir sie setzen.
  • Auch über unsere künftige Story entscheiden wir – nicht komplett allein, denn es kommt natürlich auch auf die Rahmenbedingungen und andere Menschen an –, aber wir haben meist einen großen Anteil daran.
  • Treffen wir diese Entscheidungen aktiv, so stärkt uns dies, es gibt Sicherheit und einen klaren Fokus.
  • Als Unternehmer tun wir gut daran, diese unsere Story jetzt auch gezielt mit Mitarbeitern, Partnern und Kunden teilen. Im „Storytelling“ passiert dies häufig in Form von exemplarischen Geschichten (dies ist wiederum ein eigenes Thema!)
7. Januar 2019|

Frische Antworten: Interview zur beruflichen Neuorientierung

Menschen entscheiden sich aus ganz unterschiedlichen Gründen für ein Coaching. Relativ viele meiner Klienten sind unglücklich in ihrem Job und möchten sich beruflich neu orientieren. Daher bekomme ich zu diesem Thema immer recht viele Fragen.

Ich habe mich entschieden, diese einmal zu bündeln und ausführlich zu beantworten. Das Ergebnis lesen Sie jetzt hier im Interview (Link)!

Beraterin für den beruflichen Neustart
7. September 2018|

Interview zum Thema „Gute Entscheidungen“

Wie trifft man nachhaltig gute Entscheidungen? Im Interview mit Mobil-e, dem Online-Magazin der BKK Mobil Oil, habe ich mir dazu ein paar Gedanken gemacht.

  • Was macht es uns oft so schwer, Entscheidungen zu treffen?
  • Sollte man lieber auf den Kopf oder auf den Bauch hören?
  • Wie lange sollte man sich Zeit für eine Entscheidung lassen?

Meine Antworten auf diese Fragen sowie das vollständige Interview lesen Sie hier:
Mit Kopf und Bauchgefühl: So treffen Sie Entscheidungen

30. Juni 2017|

Am besten gleich im Januar: Ballast abwerfen, damit das Neue (schneller) wachsen kann!

Sind Sie schon einmal in einem Ballon mitgefahren? Zugegeben, ich selbst habe diese wunderbaren Gefährte bislang nur von unten beobachtet und habe gekniffen, als ich vor vielen Jahren einmal die Möglichkeit gehabt hätte mitzufahren – und doch liebe ich es, wenn sie im Sommer am Horizont vorbeischweben. So hatte ich auch gleich das Bild eines Ballons vor Augen, als ich mich mit dem heutigen Thema beschäftigt habe: Ballast abwerfen.

Auch wenn die Ballonfahrer dies erst wieder in den wärmeren Monaten tun (genau genommen die im Gasballon, im Heißluftballon wird die Luft in der Hülle mit dem Brenner erhitzt) – wenn sie Höhe gewinnen wollen, werfen sie kontrolliert Sand oder auch Wasser ab –, ist der Jahresbeginn für uns Normalos der perfekte Zeitpunkt, um einen Teil unseres persönlichen Ballasts abzuwerfen, um einen Level weiterzukommen.

Am besten gleich im Januar: Ballast abwerfen, damit das Neue (schneller) wachsen kann! 1

Vielleicht haben Sie „zwischen den Jahren“ Ihren Kleiderschrank ausgemistet, den Keller aufgeräumt oder Ihren Schreibtisch von Papierstapeln befreit? In der Tat, diese Arbeit macht den wenigsten Menschen Freude – aber wie haben Sie sich danach gefühlt? Viele schildern, dass Sie sich danach vielleicht ein wenig erschöpft fühlen, aber auch irgendwie freier, vielleicht verspüren sie auch regelrecht Lust auf Neues. Genauso, wie der Ballon steigt, wenn Ballast abgeworfen wird, und wir Raum für Wachstum und Neues schaffen, wenn wir zu Hause oder auch im Büro ausmisten, genauso tut es uns gut, wenn wir in unserem eigenen Leben hin und wieder Ballast identifizieren und uns von ihm trennen. Und dafür ist der Januar ein guter Zeitpunkt!

Was sind nun möglicherweise Sand und Wasser in unserem Leben, die wir abwerfen könnten, um auf unserem persönlichen Weg weiter zu kommen? Was sind die alten Klamotten und Kisten in unserem Keller, die wir aussortieren könnten, um Raum für Neues zu schaffen?

Ganz klar, die Antwort wird für jeden von uns unterschiedlich ausfallen.

Zu Beginn sind hier einige Beispiele:

  • Mitgliedschaften, Abos und Co.: Wo fallen regelmäßige Kosten an und Sie haben ein schlechtes Gewissen, weil Sie schon lange nicht mehr im Verein waren, den Fitnessclub kaum nutzen oder nur Ihr Kontoauszug Sie hin und wieder noch an Ihr Abo erinnert?
  • Bekannte und (sogenannte) Freunde: Mit wem haben Sie sich vielleicht früher gut verstanden, aber inzwischen längst auseinandergelebt? Wenn ein Treffen ansteht oder die Person anruft, spüren Sie förmlich, wie Ihre Laune schlechter wird?
  • Rituale: Was machen Sie – allein oder vielleicht auch in der Familie oder gemeinsam mit Freunden – regelmäßig, obwohl die Freude daran schon längst verflogen ist?
  • Hobbys: Was machen Sie, weil Sie es schon ewig tun … aber genau genommen hätten Sie viel mehr Freude daran, etwas anderes auszuprobieren?
  • Dumme Angewohnheiten: Was tun Sie, obwohl Sie wissen, dass es Ihnen nicht gut tut?

Bezogen auf den Job könnten Sie hier fündig werden:

  • Aufgaben: Von welchen Aufgaben würden Sie sich gern trennen, wenn Sie könnten? Vielleicht weil sie sie langweilen, weil Sie den Eindruck haben, dass Sie anderes viel besser können oder weil Sie dafür einfach nicht der/die Richtige sind?
  • Projekte: Welche Projekte sollten Ihrer Meinung nach eingestellt werden, um mehr Zeit und Raum für andere zu haben?
  • Meetings: Gibt es bestimmte Termine, die regelmäßig stattfinden, die man aber eigentlich abschaffen könnte / sollte?

Wenn Sie angestellt sind, können Sie natürlich den „Ballast“ nicht einfach ungefragt abwerfen (es sei denn, Sie kündigen – wenn Sie feststellen, dass es nicht damit getan ist, sich von einzelnen Dingen zu trennen, sondern Sie sich grundsätzlicher neu orientieren möchten). Aber auch dann können Sie diese Punkte für sich sammeln und entsprechend vorbereitet in das nächste Mitarbeitergespräch gehen bzw. gezielt das Gespräch mit Ihrer Chefin oder Ihrem Chef suchen.

Wenn Sie selbständig sind, könnten Sie zudem einen Blick auf diese Liste werfen, um auf eigene Ideen zu kommen:

  • Kunden(typen): Welche Kunden liegen mir (uns) nicht? Für welche bin ich vielleicht nicht die/der Richtige? Über welche ärgere ich mich womöglich regelmäßig?
  • Produkte / Dienstleistungen: Gibt es bestimmte Produkte oder Dienstleistungen, die ich künftig nicht mehr anbieten will? Um mich klarer bzw. anders zu positionieren? Um bei den anderen Dingen besser zu werden oder vielleicht auch endlich die neue Idee umzusetzen, über die ich schon länger nachdenke?
  • Partner / Mitarbeiter: Ganz ehrlich, gibt es möglicherweise auch Partner, Lieferanten oder Mitarbeiter, bei denen ich den Eindruck habe, dass es besser wäre, wenn wir 2017 getrennte Wege gehen? So wertschätzend wie möglich und zum Wohle beider Seiten?

Kriterien dafür, um den „Ballast“ zu identifizieren, der Sie persönlich – im wahrsten Sinne des Wortes – belastet, können diese sein:

  • Was kostet mich viel Energie? Wo verbrenne ich Zeit, Geld, Gedanken … und bin möglicherweise am Ende regelmäßig frustriert?
  • Wo bzw. wem gegenüber bin ich unfair?
  • Wo habe ich ein schlechtes Gewissen, weil ich doch schon längst mal wieder …
  • Wo bleibe ich unter meinen Möglichkeiten, weil es einfach nicht „meins“ ist?
  • Was schiebe ich immer wieder vor mir her?
  • Bei welchen Terminen freue ich mich, wenn Sie abgesagt oder verschoben werden?
  • Bei wem oder was muss ich mich verbiegen? Gegen meine Werte, meine Bedürfnisse oder das handeln, was mich persönlich antreibt?
  • Wer bzw. was tut mir nicht gut?
  • Wo bin ich möglicherweise „rausgewachsen“?

Können wir nun den „Ballast“ immer „einfach so“ abwerfen? Wie den Sand oder das Wasser vom Ballon aus? Ist das nicht zu einfach gedacht? Es kommt darauf an. Bei bestimmten Dingen braucht es tatsächlich nicht mehr als unsere klare Entscheidung. Haben wir sie getroffen, können wir z.B. eine Mitgliedschaft kündigen oder unseren Freunden offen sagen, dass sie uns zum Spieleabend bitte erst einmal nicht mehr einladen mögen (bei anderen Gelegenheiten aber sehr gern!).

In anderen Fällen ist es nicht so einfach: Manche Aufgaben z.B. müssen – zumindest von irgendjemandem – gemacht werden. Hier führt uns ein einfaches „Ich will das nicht mehr“ nicht weiter. Dann gilt es, nach einer anderen Lösung zu suchen: Lässt sich die Aufgabe delegieren? Gibt es jemanden, der sie gern übernimmt, der sie fairerweise im Wechsel mit Ihnen übernehmen sollte oder der eine entsprechende Dienstleistung gegen Bezahlung anbietet? Wenn andere Menschen beteiligt sind, kann es auch wichtig sein, den „Ballast“ nicht abrupt abzuwerfen, sondern den Ausstieg anzukündigen, damit andere Beteiligte sich in Ruhe (und evtl. mit Ihrer Unterstützung) auf die Neuzeit vorbereiten können. So lässt sich sicherstellen, dass man ordentlich und „mit einem guten Gefühl“ Abschied nehmen kann.

Gelingt es dennoch nicht, Ballast hinter sich zu lassen, obwohl man für sich weiß, dass es richtig wäre, dann kann es hilfreich sein, sich diese Fragen zu stellen:

  • Was hindert mich, wovor habe ich möglicherweise Angst?
  • Was steht für mich an, bevor ich diesen Schritt gehen kann?
  • Welche positiven Aspekte gibt es trotz allem, die ich nicht hinter mir lassen möchte? (Dann lohnt es sich zu schauen, ob an die Stelle des Abschieds eine Veränderung treten könnte – oder ob es das Positive vielleicht auch woanders gibt.)

In manchen Fällen hilft es, sich mit einem vertrauten Menschen oder auch einem neutralen Gesprächspartner zusammenzusetzen, um Klarheit in die eigenen Gedanken zu bringen und die eigenen Entscheidungen vorzubereiten.

Die vielleicht wichtigste Frage zum Schluss: Wozu das Ganze, was ist das Gute am Ausmisten und „Ballast abwerfen“? All das, was Sie an Ballast hinter sich lassen, hat bisher Ihre Zeit in Anspruch genommen, es hat Ihre Aufmerksamkeit, Energie und vielleicht auch Ihr Geld gekostet. Fällt dies nun weg, dann ist plötzlich mehr für anderes da: mehr Zeit, Geld, Aufmerksamkeit und Energie! Für das, was Sie vielleicht im Kleinen schon begonnen haben, für Sie persönlich und andere Menschen, die Ihnen wichtig sind, für Neues, das Sie 2017 beginnen möchten, …

Durch unsere Entscheidung, Ballast hinter uns zu lassen, machen wir das Neue möglich und stärken es!

Lassen Sie mich zum Abschluss neben das vom Gasballon noch ein weiteres Bild stellen: Sicher wissen Sie, dass bestimmte Pflanzen – sei es ein Apfelbaum oder ein Rosenstock – regelmäßig beschnitten werden müssen. Vielleicht legen Sie sogar selbst regelmäßig im Garten oder auf dem Balkon Hand an.  Dann haben Sie es bereits erlebt: Nur durch den Beschnitt kann die Kraft gezielt in bestimmte Äste und Triebe gehen, die dann umso schneller und kräftiger wachsen können. Die Pflanze bedankt sich einige Monate später mit prächtigen Blüten oder saftigen Äpfeln.

Was sind Ihre persönlichen Früchte, denen Sie durch den „Beschnitt“ bei der Entwicklung helfen möchten? Was möchten Sie ernten?

Foto: © natalia_maroz – Fotolia.com

Am besten gleich im Januar: Ballast abwerfen, damit das Neue (schneller) wachsen kann! 2
6. Januar 2017|

Neues Förderprogramm für Freiberufler, Selbständige und KMU: Beratungszuschüsse von 50% und mehr

Pünktlich zum Jahresbeginn ist das neue Förderprogramm „Förderung unternehmerischen Know-hows“ gestartet. Damit gelten ab 01.01.2016 neue Beratungsrichtlinien. Zuständig ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

Ich bin als Beraterin beim BAFA gelistet. Gern prüfe ich gemeinsam mit Ihnen, ob eine entsprechende Förderung für Sie infrage kommt. Ja nach Standort und Unternehmenssituation können Freiberufler, Selbständige und kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) einen Zuschuss zwischen 50% und 80% erhalten, insgesamt maximal 1500 bis 3200 EUR.

Das Programm richtet sich an drei Gruppen:

1. junge Unternehmen, die nicht länger als zwei Jahre am Markt sind (sog. Jungunternehmen)
2. Unternehmen ab dem dritten Jahr nach der Gründung (sog. Bestandsunternehmern)
3. Unternehmen, die sich in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befinden – unabhängig vom Unternehmensalter (Unternehmen in Schwierigkeiten)

Wichtig ist zudem, dass der Firmensitz in Deutschland ist und das Unternehmen der EU-Mittelstandsdefinition für kleine und mittlere Unternehmen entspricht.

Weitere Informationen finden Sie hier oder auch direkt auf der Website des BAFA.

Sprechen Sie mich sehr gern an, wenn Sie mehr wissen möchten!

7. Januar 2016|

Neue Büroadresse in Eimsbüttel ab 10. August 2015

Nach einer schönen Zeit in der Rothenbaumchaussee ziehe ich jetzt in größere Büroräume in Eimsbüttel: Ich freue mich, Sie ab Montag, 10. August 2015, in der Eimsbütteler Chaussee 84 zu begrüßen!

Sie finden Nina Kreutzfeldt – Coaching & Beratung ebenso wie den Kreutzfeldt digital Verlag im ersten Stock einer schönen Bürovilla, ruhig gelegen in zweiter Reihe hinter der beliebten Soul Kantine, bekannt für ihren guten Mittagstisch.

Das Büro ist gut erreichbar per Auto, Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Es befindet sich gut fünf Minuten entfernt von der U-Bahn-Station Emilienstraße (U2) oder der Bushaltestelle Alsenplatz (Linie 25). Parkplätze sind meist direkt in der Eimsbütteler Chaussee, der Alsenstraße oder den umliegenden Seitenstraßen vorhanden.

Adresse in Google Maps
7. August 2015|

Website 2.0 mit erweitertem Inhalt

Hamburg, 10.01.2015: Es ist soweit, heute ist die komplett neue Version meiner Website gelauncht, die in den letzten Wochen entstanden ist. Neben meinen Coaching-Angeboten für Privatkunden, die berufliche Veränderungen angehen wollen, finden jetzt auch Unternehmerinnen und Unternehmer eine Übersicht über Coaching und Strategieberatung speziell für sie und Ihre Unternehmen.  Firmen können sich ausführlicher als bisher über Workshops zur Teamentwicklung und zu meinem Spezialthema virtuelle Teams informieren.

 

10. Januar 2015|

Video-Interview zur Rolle als Business Coach

Hamburg, 4. April 2014: Was bedeutet es, mit Menschen als Business Coach an einem Thema zu arbeiten? Und was ist eigentlich MINDFUCK®-Coaching? Diese und andere Fragen stellte mir Kerstin Carlstedt von der Interview Lounge im Video-Interview.

Gedreht haben wir unter anderem auf dem Dockland, einem Bürogebäude direkt an der Elbe, von dem man einen besonders schönen Blick auf den Hamburger Hafen hat.

Das Ergebnis ist ab sofort hier zu sehen:

 

 

4. April 2014|

Business Survival Guides: Innovative digitale Ratgeber-Reihe mit „Rückkanal“ startet

Hamburg, 17. Februar 2014: Heute erscheinen die ersten vier Titel der von mir herausgegebenen eBook-Reihe Business Survival Guides. Sie bieten in kompakter Form direkt umsetzbare Empfehlungen von Fachautoren. Praxisnah und auf den Punkt gebracht, ohne Ballast, aber dafür mit einem direkten Draht zum Autor.

Neu ist das Konzept des „Rückkanals“: Die Autorinnen und Autoren sind persönlich ansprechbar. Leser haben die Möglichkeit, ihnen über ein Online-Formular ohne weitere Kosten inhaltliche Rückfragen zu stellen. Eine Auswahl der Fragen und Antworten wird später veröffentlicht und allen Lesern zur Verfügung gestellt. Alle Titel sind Erstveröffentlichungen. Sie sind ab sofort zum Preis von 2,99 EUR in allen wichtigen Online-Shops zu haben.

Ich freue mich, dass mein Titel „Virtuelle Teams erfolgreich aufbauen und leiten“ damit nun ebenfalls erhältlich ist. Virtuelle Teams werden in Unternehmen und Organisationen immer wichtiger, bleiben aber oft hinter ihren Möglichkeiten. Wie Führungskräfte solcher Teams die besonderen Herausforderungen meistern können, dazu habe ich in diesem Business Survival Guide Empfehlungen mit Wissen aus der Praxis gebündelt.

Das eBook ist unter anderem hier erhältlich:

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Blog Virtuelle Teams
17. Februar 2014|