Berufliche Neuorientierung: Drei beliebte Irrtümer rund um den Richtungswechsel im Job

Sie denken über einen beruflichen Neustart nach? Vorsicht vor diesen unnötigen Hürden im Kopf!

Frustration im aktuellen Job und der Wunsch, sich beruflich neu zu orientieren – oder überhaupt erst einmal zu schauen, ob eine berufliche Neuorientierung des Richtige für einen ist – ist für viele meiner Klientinnen und Klienten der Grund, warum sie ins Coaching kommen. „Unzufrieden“ ist dabei noch die mildeste Formulierung, die ich höre. Viele sind schon länger unglücklich und fühlen sich ausgebrannt, manche hat die jetzige Arbeit sogar krank gemacht. Oder sie befürchten, dass sie kurz vor einem Burnout stehen und möchten rechtzeitig die Reißleine ziehen.

Immer wieder stelle ich fest, dass es rund um das Thema „berufliche Neuorientierung“ viele Ängste, Missverständnisse und Irrtümer gibt. Drei der beliebtesten Irrtümer möchte ich in diesem Beitrag einmal näher beleuchten. Und sie damit aus dem Weg räumen.

1. Irrtum: Neuorientierung heißt, man fängt im neuen Beruf wieder bei null an. Alles, was man sich erarbeitet hat, ist wertlos.

Diese Behauptung ist so einfach nicht richtig. Auch wenn genau dieser Beruf oder z.B. auch die Branche neu ist – viele berufliche Erfahrungen sind übertragbar. Und die berühmten Soft Skills werden überall gebraucht. Wer sie mitbringt, hat es auch im neuen Job leichter. Quereinsteiger werden oft gerade wegen der Kombination aus vorhandenem, übertragbarem Wissen und ihrer frischen, anderen Sichtweise und der Erfahrungen geschätzt, die sie von ihrem bisherigen Arbeitsplatz oder aus einer anderen Branche mitbringen.

Manchmal passt der Terminus „Umorientierung“ daher auch viel besser als „Neuorientierung“. Wenn es den Begriff gäbe, würde ich am liebsten von „Weiterorientierung“ sprechen: Man steht an einem bestimmten Punkt, hat seine bisherigen Erfahrungen „im Rucksack“ dabei und überlegt jetzt, eine frische Abbiegung auf dem persönlichen Weg zu nehmen …

Meine Erfahrung ist, dass es für meine Klienten häufig wichtig war, den eigenen Weg bis hierher genau so gegangen zu sein, um für sich das gelernt zu haben, was sie nun wissen – auch über sich persönlich. Beispielsweise, wie wichtig es ihnen ist, dass bestimmte Werte auch bei der Arbeit gelebt werden und man wertschätzend miteinander umgeht. Diese Klarheit macht den Jobwechsel dann oft notwendig!

Schon als Kind hat wohl jeder von uns gelernt: Aus Bausteinen lässt sich vielerlei bauen. Und so kann man auch aus „Erfahrungsbausteinen“ viele unterschiedliche Jobs bauen. Wichtig ist: Diese Bausteine sind da! Man muss nicht alle davon nutzen, aber es wäre schlicht und einfach falsch, sie alle als wertlos zu betrachten.

Und wie früher bei den bunten Klötzchen gilt auch jetzt: Kreativität, Erfahrung und Phantasie sind wichtig, um etwas Neues zu erschaffen. Das lässt sich auf neue Jobideen und Tätigkeitsprofile übertragen. Coaching kann dabei helfen, die Blöcke überhaupt erst einmal sichtbar zu machen, das eigene Wissen und die bisherigen Erfahrungen ebenso wie persönliche Stärken, Werte und Bedürfnisse … so kann man dann sicherstellen, dass das „Neue“ zu dem Menschen passt!

Übrigens: Neuorientierung ist nicht nur für Angestellte, sondern auch für viele Selbständige ein Thema. Die Frage ist dann häufig: Wie kann ich in einer Krise die eigene Firma neu ausrichten? Für Unternehmen bietet eine Umorientierung ebenfalls viele Chancen, beispielsweise auch im Zusammenhang mit der Digitalisierung. Ob als Einzelperson oder als Firma, ein Schlüssel zur Umorientierung ist, das Bewährte sichtbar zu machen und dann in einen neuen Zusammenhang zu stellen. Dort wird es dann plötzlich viel mehr geschätzt!

2. Irrtum: Ein Berufswechsel ist nichts für Menschen über 30, 40, 50 Jahre

Dieser Irrtum ist ein Klassiker: Viele Menschen, die sich beruflich neu orientieren möchten, sind der Meinung, dass sie dafür leider „zu alt“ seien. Ein Berufswechsel mit 50, vielleicht auch ein beruflicher Neustart mit 40 oder sogar mit 30, das erscheint manchen einfach schon zu spät. Aber das ist Quatsch! Die Lebensarbeitszeiten steigen. Wer gesund bleibt, hat heute selbst mit 50 noch 15 bis 20 Berufsjahre vor sich. Diese kann er oder sie entweder unglücklich verbringen oder auch erfüllt erleben. Es lohnt sich also, sich bewusst zu überlegen, wie man diese Zeit nutzen möchte.

So ist beispielsweise der 50. Geburtstag für viele Menschen eine Gelegenheit, sowohl zurück als auch nach vorn zu blicken. Ich erlebe, dass auch immer mehr Menschen ab diesem Alter beruflich Lust auf neue Herausforderungen haben. Anstatt die Jahre bis zum Ruhestand zu zählen, denken sie über einen Berufswechsel oder einen echten beruflichen Neuanfang nach und suchen sich daraufhin gezielt neue Tätigkeitsfelder. Häufig kann man Entscheidungen in diesem Alter gefühlt freier treffen. Anders als in jungen Jahren muss man sich beispielsweise auch den eigenen Eltern gegenüber nicht für die Jobwahl rechtfertigen.

Während es vor ein oder zwei Generationen noch normal war, den einmal gewählten Beruf ein Leben lang auszuüben, häufig sogar im selben Unternehmen, wird dies heute immer mehr die Ausnahme. Ein beruflicher Neustart bzw. Berufswechsel mit 40 oder 50 Jahren wird immer normaler. Ein Indiz dafür ist, dass es viele Berufsbezeichnungen, die sich heute in Stellenbörsen finden, vor fünf oder zehn Jahren noch gar nicht gab. Wer sich darauf bewirbt und nicht direkt von der Uni oder aus der Ausbildung kommt, der hat sich in seinem Berufsleben weiterentwickelt und übt jetzt einen – zumindest ein Stück weit – neuen Beruf aus.

Hinzu kommt, dass wir Menschen uns im Laufe unseres Lebens verändern. Daher ist eine Neuorientierung mit einem Jobwechsel in einen ganz anderen Bereich in späteren Jahren sogar wahrscheinlicher, weil man dann einfach mehr über sich weiß und darüber, was einem wirklich wichtig ist. So wird es beispielsweise auch mit fortschreitendem Lebensalter für viele immer wichtiger, dass der eigene Job sinnvoll ist, dass er zu den eigenen Werten passt und man damit einen – größeren oder kleineren – Beitrag dazu leisten kann, was einem persönlich am Herzen liegt.

Was einen Neustart mit vierzig oder fünfzig speziell auch für Frauen, aber auch für immer mehr Männer leichter macht, ist noch etwas anderes:  Die gefühlten Verpflichtungen, aber auch der Lebensfokus wandeln sich, wenn die Kinder selbständiger werden oder aus dem Haus sind. Viele erleben, dass ein beruflicher Neustart in der sogenannten „zweiten Lebenshälfte“ viel besser zu ihnen passt als Resignation oder innere Kündigung. Sie möchten die freiwerdende Energie gezielt in etwas Neues lenken und nach den Kindern nun bewusst auch wieder für sich selbst die Verantwortung übernehmen … berufliche Erfüllung wird dann neben dem reinen Geldverdienen ein wichtiges Ziel.

Zugegeben, die eigenen Erfahrungen sind ein Plus, gleichzeitig kann man sich nicht darauf ausruhen. Viele der momentan besonders stark nachgefragten Fähigkeiten und Qualifikationen gab es vor zehn oder 15 Jahren noch gar nicht. Es gilt daher unabhängig vom Alter, das eigene Wissen auf dem neuesten Stand zu halten bzw. zu bringen und möglicherweise auch in Eigenregie neue Kenntnisse zu erwerben. Es kann also sinnvoll sein, sich für den Berufswechsel zusätzlich zu den Bausteinen, die man aus der bisherigen beruflichen Biografie mitbringt, gezielt einige neue anzueignen. Die kann man identifizieren und sich dann beispielsweise über gezielte Fortbildungen zulegen.

3. Irrtum: Wer sich beruflich neu orientiert, geht ein hohes Risiko ein

Da bin ich anderer Meinung. Unausgesprochen bedeutet dies ja, dass das Risiko geringer sei, wenn man alles beim Alten lässt und einem Jobwechsel aus dem Weg geht. Ein hohes gesundheitliches Risiko geht aber beispielsweise ein, wer in einem Job bleibt, obwohl er frustriert ist und dort möglicherweise regelrecht leidet! (Stichwort Burnout) Wenn einem der momentane Job mehr und mehr widerstrebt, es gerade nach einem Urlaub oder dem Wochenende immer mehr Kraft kostet, sich aufzuraffen, dann sind dies Warnsignale. Ein unbefristeter Vertrag mit ordentlichem Gehalt kann sich dann fast wie ein Gefängnis anfühlen. Der entscheidende Unterschied zum echten „Knast“: Dieses Gefängnis kann man verlassen, wenn man es möchte! So kann man das gesundheitliche Risiko reduzieren.

Teilweise wächst auch das wirtschaftliche Risiko, wenn man sich nicht verändert: Was ist, wenn der eigene Arbeitgeber in eine wirtschaftliche Schieflage gerät? Eine Umorientierung ist nicht automatisch mit finanziellen Einbußen verbunden. Wer sich z.B. für den Schritt in die Selbständigkeit entscheidet, verdient u.U. durch den beruflichen Neustart nach einer Anlaufphase sogar mehr.

Dennoch gilt: Es ist wichtig, einen gesunden Respekt vor einer Neuorientierung zu haben, sorgfältig zu reflektieren und zu recherchieren, um dann die Entscheidung mit Bedacht zu treffen. So kann man das Risiko zwar nicht auf Null senken, aber einigermaßen begrenzen.

Viele der Menschen, mit denen ich im Coaching arbeite, haben ein gemeinsames Ziel: Endlich wieder – oder erstmals überhaupt – am Montag mit Freude zur Arbeit gehen oder an den Ort, den sie sich selbst aufgebaut haben. Viele Klientinnen und Klienten zwischen Mitte 20 und Ende 50 habe ich bereits auf diesem Weg unterstützt. Das Schöne: So gut wie immer ist eine Neuorientierung möglich! Für einige reichen schon kleinere Schritte wie ein Jobwechsel in eine andere Firma, für andere ist eine große Veränderung mit einem kompletten Berufswechsel genau das Richtige. Übrigens, ganz häufig erlebe ich, dass es meinen Klientinnen und Klienten schon dann deutlich besser geht, wenn sie begonnen haben, sich auf den Weg zu machen …

Denken auch Sie darüber nach, beruflich einen neuen Weg einzuschlagen? Dann kommt Ihnen möglicherweise der eine oder andere Gedanken in diesem Beitrag bekannt vor? Ich hoffe, ich konnte Ihnen zeigen: Diese Irrtümer entsprechen nicht der Realität. Sie müssen Sie daher auch nicht länger davon abhalten, sich näher damit auseinanderzusetzen, ob eine berufliche Neuorientierung das Richtige für Sie ist – oder wie sie ganz konkret aussehen könnte.

Als Beraterin und Coach habe ich schon viele Menschen, die unglücklich im Job waren, dabei unterstützt, sich beruflich neu zu erfinden. Meine Erfahrung ist: In den allermeisten Fällen lohnt es sich!

Möchten Sie herausfinden, ob ich die Richtige bin, um Sie beim Jobwechsel, Berufswechsel oder einem echten Neustart zu begleiten? Dann lade ich Sie sehr gern zu einem kostenlosen Vorgespräch ein.

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Zum Weiterlesen: Coaching zur beruflichen Neuorientierung

11. August 2019|

Entscheidungshilfe bei Ja-oder-Nein-Entscheidungen

Ja? Nein? Vielleicht? Wie treffen wir die richtige Entscheidung?

Entscheidungen zu treffen, fällt vielen Menschen schwer. Ob es um den Job geht, die eigene Beziehung oder andere wichtige Lebensfragen: Gehen oder bleiben? Entweder …  oder? Welches ist die richtige Entscheidung? Wir alle haben wohl schon einmal erlebt, dass es eine große Herausforderung sein kann, sich zu einem klaren Ja oder Nein durchzuringen. Häufig scheinen uns gefühlt „große“ Entscheidungen zu überfordern. Wir stehen ihnen mehr oder weniger hilflos gegenüber, fühlen uns blockiert oder gelähmt. Die Gedanken kreisen und quälen uns, sehr gern auch nachts. Doch dieses Grübeln raubt nur den Schlaf – es bringt nichts! Konstruktives, entspanntes Nachdenken bei Tageslicht bringt da viel mehr. Ob allein oder mit Unterstützung. Und zum Glück gibt es hierfür eine Reihe mehr oder weniger bewährter Methoden. Einige davon stelle ich Ihnen gleich in diesem Betrag vor.

Vorab ein paar Worte zum Hintergrund: Entscheidungen kommen uns immer dann besonders schwer vor, wenn wir die Konsequenzen nicht überschauen können. In anderen Worten, wenn wir unter Unsicherheit zwischen A und B wählen müssen. Das ist in der Praxis sehr häufig der Fall, allein schon, weil wir nicht in die Zukunft blicken können. Das macht vielen Menschen Angst.

Häufig erleben wir dies bei Veränderungen: Kündige ich, ja oder nein? Nehme ich das neue Job-Angebot an oder nicht? Hier steht das „Ja“ für etwas Neues, das mit einer bestimmten Unsicherheit verbunden ist – aber eben auch reizvoll ist und Chancen verspricht. Scheu vor den Konsequenzen spielt auch eine Rolle, wenn wir uns fragen: Spreche ich das Thema bei meinem Mitarbeiter, bei meiner Chefin an? Übe ich Kritik oder nicht? Häufig geht es dabei um kritische Themen, so dass es bei der Frage „ja oder nein“ letztlich auch eine Rolle spielt, ob man sich traut: Finde ich den Mut, um …? Bin ich mutig genug? Oder man möchte keinen Fehler, möchte nichts kaputt machen: Was denkt …, wenn ich das anspreche? Wird es ihn/sie verletzen? Wir die Person wütend oder wird sich unsere Beziehung verändern?

Aber selbst bei Themen, die für die meisten „eigentlich“ positiv besetzt sind, können einen Ja-oder-Nein-Entscheidungen quälen: Melde ich mich für die Fortbildung an? Gönne ich mir die große Reise bzw. Anschaffung, ja oder nein? Kaufen wir das Eigenheim oder nicht? Oder bei wichtigen Lebensentscheidungen: Möchte ich ein Kind? Schaffen wir uns einen Hund an? Will ich mit diesem Partner, mit dieser Partnerin zusammenbleiben? Oder ist eine Trennung die bessere Lösung?

Entscheidungshilfen – gute und weniger geeignete

Wie kommen wir in solchen Entscheidungssituationen vom Fleck, wie treffen wir eine „gute“ Entscheidung? Gibt es dabei irgendwelche Tricks? Lassen Sie uns vier gängige Methoden unter die Lupe nehmen.

Methode 1: Entscheidungsorakel & Co. – die Entscheidung delegieren

Es gibt viele Möglichkeiten, die Verantwortung (scheinbar) abzugeben. Kann oder will man sich nicht festlegen, kann man es anderen überlassen, die Entscheidung zu treffen. Diese anderen können Menschen sein, die irgendwann vollendete Tatsachen schaffen, so dass eine eigene Entscheidung hinfällig wird. Ich erinnere mich an eine Klientin, die so lange ein klärendes Beziehungsgespräch mit Ihrem Partner – den sie noch immer liebte – vor sich herschob, bis der sich eines Tages von ihr trennte. Sie musste sich also nicht mehr entscheiden, konnte es aber auch nicht mehr.

Manche lassen auch „das Schicksal“ entscheiden. Indem sie einfach passiv bleiben und abwarten oder auch aktiv, indem Sie eine Münze werfen oder ein „Entscheidungsorakel“ im Internet befragen. Ich habe den Begriff heute einmal gegoogelt – und war ehrlich gesagt etwas erschrocken, wie viele Treffer es dazu gibt. Zwar kenne ich niemanden, der Münze oder Orakel ernsthaft über sein weiteres Leben bestimmen lassen will, aber es scheint auch hierfür einen Bedarf zu geben. Persönlich finde ich dies sehr bedauerlich, denn – so schwer sie im Einzelfall auch sicher sind – Entscheidungen sind Möglichkeiten, unser Leben zu gestalten! Wenn wir uns nicht fremd bestimmen lassen möchten, sollten wir sie uns nicht aus der Hand nehmen lassen.

Schauen wir uns daher jetzt lieber die konstruktiveren Methoden an …

Methode 2: Mit Freunden, Familie oder z.B. einem Coach sprechen

Dies ist eine der bewährtesten Entscheidungsmethoden überhaupt. Wer einem Dritten gegenüber schildert, was er entscheiden möchte und wo er in Bezug auf eine Entscheidung gerade steht, der muss seine Gedanken dazu zwangsläufig ein Stück weit strukturieren und in Worte fassen. Allein dadurch werden sie schon klarer und die Entscheidung wirkt häufig etwas weniger groß.

Idealerweise äußert die andere Person dann nicht in erster Linie ihre eigene Meinung – es sein denn, sie wird direkt danach gefragt -, sondern hilft dem Freund, Familienmitglied oder Klienten zuallererst durch kluge Fragen, nach und nach immer klarer zu werden.

Wir Coaches haben gelernt, andere dabei zu unterstützen, Gedankenknäuel zu entwirren, zielorientiert Optionen zu sortieren und zu bewerten und so schrittweise für immer mehr Klarheit zu sorgen. Dabei nutzen wir unterschiedliche professionelle Tools, schauen uns beispielsweise auch gemeinsam mit unseren Klienten deren „inneres Team“ an, um innere Konflikte zu verstehen und zu lösen. So lässt sich sicherstellen, dass neben den Rahmenbedingungen auch alle persönlichen Bedürfnisse des Menschen berücksichtigt werden.

Methode 3: Den Entscheidungsbaum als Hilfsmittel nutzen

Der Entscheidungsbaum ist ein einfaches Tool, um mehrere Alternativen gegeneinander abzuwägen. Er ist auch geeignet, wenn Sie von Vornherein zwischen mehr als zwei Optionen (ja und nein) wählen möchten bzw. müssen. Das Schöne: Er ist leicht auf einem Blatt Papier zu zeichnen, hilft, die eigenen Gedanken zu strukturieren. Viele Beispiele dafür finden Sie im Internet.

Was gerade bei Ja-oder-nein-Entscheidungen das Tolle ist: Hier weiten die Verästelungen des Baumes den Horizont. Der Entscheidungsbaum ermutigt einen dazu, kreativ zu werden und in weiteren Alternativen zu denken. Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussieht, häufig gibt es nämlich nicht nur „ja“ und „nein“, sondern „ja und eins“, „ja und zwei“, „nein und drei“ oder auch „nein und eins“ …

Fragen Sie sich bei der Bewertung der Alternativen: Was sind meine Kriterien? Welche gibt der Kopf vor und welche der Bauch bzw. das Herz? Was macht mich spontan, was langfristig glücklich?

Methode 4: Mit 10-10-10 Schritten den zeitlichen Horizont entdecken

Eine Zeitreise kann uns dabei helfen, etwas Distanz zu einer ansehende Entscheidung aufzubauen und deren Konsequenzen in einem größeren Zusammenhang zu sehen: Das sog. 10-10-10-Modell stammt ursprünglich von Suzy Welch. Es ist besonders bei schwierigen Entscheidungen nützlich, die langfristige Auswirkungen haben. Es hilft einem dabei, sowohl die kurzfristig auftretenden Emotionen zu erkennen als auch die mittel- und langfristigen Folgen einer Entscheidung zu berücksichtigen.

Ziehen Sie auf einem Blatt eine waagerechte Linie. Schreiben Sie darüber „Ja“ und darunter „Nein“. Teilen Sie die Linie dann in drei Teile auf. Der erste, linke heißt „in zehn Tagen“, der zweite „in zehn Monaten“ und der dritte „in zehn Jahren“. Es ergibt sich somit eine Tabelle mit zwei Zeilen à 3 Feldern. Notieren Sie in jedes Feld, welche Auswirkungen Sie erwarten, wenn Sie sich Ihre Frage mit „ja“ bzw. „nein“ beantworten: Überlegen Sie sich also, welche Folgen es voraussichtlich innerhalb der nächsten zehn Tagen hätte, wenn Sie sich „dafür“ entscheiden und welche es in demselben Zeitraum hätte, wenn Sie sich „dagegen“ entscheiden etc. Haben Sie alle zehn Felder ausgefüllt, machen Sie eine Pause – gehen Sie z.B. einmal um den Block – und betrachten dann in Ruhe Ihre Aufzeichnungen. Häufig fällt die Entscheidung dann schon etwas leichter, weil Sie die Sicherheit haben, sowohl die kurz- als auch eine mittel- und langfristige Perspektive einzubeziehen.

Übrigens, je nach Thema kann es beim Zeitreise-Modell sinnvoll sein, die Intervalle anzupassen oder zusätzlich z.B. „in zehn Minuten“ oder „in zehn Stunden“ zu ergänzen. So wandelt sich dann das 10-10-10-Modell in ein 10-10-10-10-Modell.

Methode 5: Die Ja-Nein-Entscheidung auf Probe treffen

Häufig hilft einem ein kleines Experiment, zu erspüren, mit welcher Entscheidung man glücklicher sein wird. Dazu wenden Sie einen kleinen Trick an: Treffen Sie die Entscheidung „auf Probe“ und beobachten Sie anschließend 24 Stunden lang, wie es Ihnen damit geht. Danach entscheiden Sie, ob Sie die „Probeentscheidung“ in eine endgültige Entscheidung wandeln möchten – oder nun testweise die zweite Alternative für 24 Stunden ausprobieren.

Diese Methode ist verwandt mit einem Trick, den der Volksmund seit langer Zeit kennt: Über wichtige Entscheidungen eine Nacht schlafen. Hier wäre zu ergänzen: am besten richtig ausschlafen. Aus neurowissenschaftlichen Untersuchungen weiß man, dass nachts im Gehirn viel passiert. Ohne hier ins Detail zu gehen – diese Prozesse tragen dazu bei, dass man nach einem erholsamen Schlaf erfrischt eine Entscheidung gut treffen kann. Oder in unserem Fall: in sich hineinhorchen kann, ob die Probeentscheidung die richtige ist.

Methode 6: Brief an uns selbst

Diese Methode ist eine Ergänzung zu allen vorherigen. Wenn jemand anders die Entscheidung übernimmt – wie oben geschildert – KANN dies erst einmal eine Erleichterung bedeuten. Diese Variante führt jedoch nur zufällig zu der Lösung, die am besten zu uns passt. Und sie schützt einen auch nicht vor Selbstvorwürfen, im Sinne von „hätte ich damals nur …“! Daher: Wenn Sie aktiv eine Entscheidung für sich getroffen haben und wissen, dass Sie hin und wieder zu Selbstvorwürfen neigen, dann rate ich dazu, für sich persönlich festzuhalten, warum man sich so oder so entschieden hat.

Hierfür ist ein „Brief an mich selbst“ für viele Menschen eine gute Methode. Schreiben Sie für sich auf, was Sie abgewogen haben und warum Sie sich – mit dem Wissen des heutigen Tages – dafür bzw. dagegen entschieden haben. Dies unterstützt Sie dabei, sich selbst gegenüber zu Ihrer Entscheidung zu stehen und sie auch später fair zu beurteilen. Versuchen sie dabei, die getroffene Entscheidung überzeugend an ihr künftiges Ich zu „verkaufen“.

 

Fazit

Es gibt viele gute Methoden, die uns bei Ja-oder-Nein-Entscheidungen wie auch bei komplexeren Zukunftsentscheidungen unterstützen können. Einige habe ich Ihnen hier vorgestellt. Dennoch gibt es leider keine Garantie. Wir sind nicht allwissend und können immer Fehler machen. Ob ja oder nein, unsere sorgfältig getroffene Entscheidung kann im nachhinein trotzdem falsch sein. Und fast immer gilt: In beiden Fällen wird das Leben weitergehen.

Wenn wir dies anerkennen, werden wir wichtigen Weichenstellungen immer noch mit Respekt begegnen und ihnen die nötige Aufmerksamkeit widmen, können uns aber entspannter für den einen oder den anderen Weg entscheiden. Und wir können die Entscheidungen vor allem als das betrachten, was sie im positiven Sinne sind: Chancen, unser weiteres Leben zu gestalten.

Ja oder nein? Wichtig ist, dass Sie diese Frage für sich selbst beantworten. Die Entscheidung sollte „passen“, zu Ihnen als Mensch, Ihren eigenen Werten und Bedürfnissen. Und damit meine ich nicht, dass man egoistisch entscheiden sollte. Die Auswirkungen auf das eigene Umfeld zu betrachten, besonders auch auf die Menschen, die uns nahe und wichtig sind, das gehört für die meisten von uns aufgrund unserer Werte natürlich dazu.

Und gleichzeitig gilt: In Ihrer eigenen Haut stecken nur Sie selbst. Was für Sie persönlich die richtige Entscheidung ist, das muss nicht vom Standpunkt eines anderen Menschen aus die richtige Wahl sein. Zum Glück, sonst wäre unsere Welt nicht so vielfältig und lebendig!

Übrigens, häufig kann es genau aus diesem Grund hilfreich sein, sich bei einer wichtigen Entscheidung nicht nur mit Freunden und Familie zu beraten, sondern sich auch Unterstützung durch einen neutralen Menschen zu holen. Wenn Sie den Eindruck haben, dass das für Sie hilfreich sein könnte, melden Sie sich sehr gern bei mir!

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Zum Weiterlesen: Weitere Beiträge rund um Entscheidungen

26. Juni 2019|

Frisch erschienen: Mein Whitepaper zum Digitalization Canvas

Die Digitale Transformation ist gefühlt schon immer mein Thema: Zunächst war ich in der Buchbranche selbst ein Teil davon. Dies begann vor vielen Jahren, als ich in unserem damaligen Unternehmen Kreutzfeldt Electronic Publishing die Anfänge des eBook-Markts mit gestalten durfte, und führte mich später in die Rolle des Director Content Management EU beim kanadischen eBook-Anbieter Kobo. Heute unterstütze ich viele meiner Geschäftskunden im digitalen Wandel, und zwar in ganz unterschiedlichen Branchen.

Aus dieser Arbeit ist ein praktisches Tool hervorgegangen: der Digitalization Canvas (DC). Vergleichbar mit dem bekannten Business Model Canvas ist er ein visuelles Framework, mit dem man das komplexe Thema „Digitalisierung“ auf einen Blick fassen kann. Ich habe ihn als Hilfsmittel entwickelt, um damit die digitale Transformation eines Unternehmens zu begleiten. In einem Diagramm werden auf einer Seite alle wichtigen Aspekte übersichtlich gesammelt, so dass sie gemeinsam analysiert und Zusammenhänge zwischen einzelnen Elementen erkannt werden können.

Ich habe mich entschieden, den Digitalization Canvas nicht nur meinen Kunden, sondern generell allen Interessenten zugänglich zu machen. Aus diesem Grunde habe ich ein Whitepaper veröffentlicht, in dem ich ihn als Instrument vorstelle und verschiedene Einsatzszenarien beschreibe. Das neunseitige Whitepaper kann ab sofort kostenlos hier über den digital publishing report bezogen werden.

Übrigens: Am 11. März 2019 stelle ich den Digitalization Canvas außerdem in einem einstündigen Webinar persönlich vor.

Der DC selbst hat sich über mehr als ein Jahr schrittweise entwickelt: Nachdem ich eine erste Fassung im Herbst 2017 im Rahmen meines Vortrags „The Digital Transformation of the Book Industry“ auf der Jahrestagung des European Organization Design Forums vorgestellt habe, habe ich ihn anschließend aufgrund meiner eigenen Erfahrungen und von Feedback immer weiter optimiert, bis er die heutige, für mich „bewährte“ Form erhalten hat.

In Workshops mit meinen Kunden beginnen wir meist mit einer Standortbestimmung. Hier kann der Digitalization Canvas wertvolle Erkenntnisse liefern. Er unterstützt alle Beteiligten dabei, gemeinsam Klarheit über den derzeitigen Stand zu gewinnen und zu bestimmen, wie für sie die nächste Stufe aussehen soll. Da alle auf denselben einseitigen Canvas schauen, sind sie tatsächlich „on the same page“. Dadurch fällt es leichter, Wissen und Ideen von allen zusammenzutragen und gemeinsam weiter zu entwickeln. Je nach Branche befinden sich meine Kunden in unterschiedlichen Phasen der Digitalisierung. Im DC unterscheide ich drei Level: „digitale Inseln“, „digitale Integration“ und „digitale Innovation“.

Ist die digitale Transfomation auch in Ihrem Unternehmen aktuell ein Thema? Gern tausche ich mich mit Ihnen dazu aus, ob und wie der Digitalization Canvas auch für Sie ein geeignetes Tool sein könnte. Und falls Sie sich für eine externe Unterstützung interessieren: In vielen Fällen ist eine Beratung bzw. Begleitung hierzu für kleine und mittlere Unternehmen förderfähig. Sprechen Sie mich sehr gern darauf an!

1. März 2019|

Warum ist „künstliche Intelligenz“ für mich als Coach ein wichtiges Thema?

„Elements of AI“ – so lautet der Titel eines großartigen Online-Kurses der Universität Finnland, den ich gerade absolviert habe. Nachdem künstliche Intelligenz (KI) nicht nur in der medialen Öffentlichkeit immer wichtiger wird, sondern tatsächlich zunehmend in unsere Leben einzieht, wollte ich besser verstehen, worum es wirklich geht.

Als Beraterin und Coach, zwar mit reichlich digitaler Erfahrung und etwas IT-Hintergrund in meiner Biografie, aber ohne selbst jemals Programmiererin gewesen zu sein.

Warum ist „künstliche Intelligenz“ nun aber für mich ein so wichtiges Thema? Dies hat mindestens drei Gründe. Die ersten beiden haben mit meinem Job zu tun, der dritte ganz einfach damit, Mensch und Bürgerin zu sein.

  • Viele meiner Klienten haben mit der fortschreitenden Digitalisierung zu tun. Einige wenden schon heute KI selbst an (beispielsweise als Software-Unternehmer mit Deep Learning Expertise oder als Biologe und Environmental Data Scientist), andere werden dies künftig tun. Die Jobs manch anderer Kunden werden aber auch aufgrund des Einsatzes von künstlicher Intelligenz verschwinden oder sich stark verändern. Neue werden entstehen.Beeindruckend, wenn auch umstritten, sind die Zahlen einer Studie der Oxford University: Sie ergab, dass ungefähr 47% der US-amerikanischen Arbeitsplätze durch die weitere Digitalisierung wegfallen könnten. Das Forscherteam um Carl Benedikt Frey und Michael A. Osborn analysierte hierfür 702 Berufe. Betroffen werden ihnen zufolge v.a. Tätigkeiten sein, bei denen es auf Mustererkennung und Reiz-Reaktions-Schemata ankommt. Denn hier liegen die Stärken von KI.
  • Der Einsatz von KI bietet beeindruckende Chancen – man denke etwa an personalisierte Therapien für schwere Krankheiten oder selbstfahrende Autos, die uns weniger Verkehrsopfer und gewonnene Lebenszeit bringen. Sie birgt aber auch Gefahren. Künstliche Intelligenz per se ist weder „gut“ noch „schlecht“. Ihre Wirkung hängt u.a. davon ab, auf welche Ziele hin sie programmiert wird, anhand welche Daten sie lernt und ob all dies offen und transparent oder in einer „black Box“ geschieht. Hierfür brauchen wir einen Rahmen, den nicht einzelne globale Firmen oder z.B. die chinesische Regierung setzen, sondern den wir in demokratischen Gesellschaften diskutieren und gemeinsam gestalten sollten. Davon bin ich überzeugt. Dies geht aber nur, wenn sich möglichst viele Menschen wenigstens in Ansätzen damit beschäftigen.

„Elements of AI“ ist ein Projekt der Universität Helsinki und des Beratungsunternehmens Reaktor. Die Regierung in Helsinki hat sich zum Ziel gesetzt, dass schon bald 1% der finnischen Bevölkerung grundlegendes Wissen über KI besitzen. So soll das kleine Land im Norden Europas vielleicht nicht bei der Entwicklung, dafür aber bei der Anwendung dieser Zukunftstechnologie vorn mit dabei sein. Was wäre, wenn wir uns dieses Ziel hierzulande zum Vorbild nehmen?

Ich bin mir sicher: Auch mich wird das Thema „künstliche Intelligenz“ so schnell nicht mehr loslassen. Was hinter Begriffen wie neuronalen Netzen, Deep Learning oder „unsupervised learning“ steckt und warum auch ein Algorithmus Vorurteile haben kann, dazu konnte ich bei „Elements of AI“ einiges an Grundwissen mitnehmen. Das Schöne: Der Online-Kurs vermittelt einem die Grundlagen der künstlichen Intelligenz so, dass man fast nur seinen gesunden Menschenverstand einsetzen muss. Ich durfte viele Aufgaben lösen und durchaus auch einige kniffelige Fragen beantworten, musste aber keine Zeile Code programmieren. Mal sehen, das Coden kommt dann vielleicht später? Für dieses Jahr haben die Macher einen zweiten Teil angekündigt …

Wer neugierig geworden ist:
Hier geht’s direkt zu „Elements of AI“ (auf Englisch)

https://www.elementsofai.com/

5. Februar 2019|

Interview zum Thema „Gute Entscheidungen“

Wie trifft man nachhaltig gute Entscheidungen? Im Interview mit Mobil-e, dem Online-Magazin der BKK Mobil Oil, habe ich mir dazu ein paar Gedanken gemacht.

  • Was macht es uns oft so schwer, Entscheidungen zu treffen?
  • Sollte man lieber auf den Kopf oder auf den Bauch hören?
  • Wie lange sollte man sich Zeit für eine Entscheidung lassen?

Meine Antworten auf diese Fragen sowie das vollständige Interview lesen Sie hier:
Mit Kopf und Bauchgefühl: So treffen Sie Entscheidungen

30. Juni 2017|

Am besten gleich im Januar: Ballast abwerfen, damit das Neue (schneller) wachsen kann!

Sind Sie schon einmal in einem Ballon mitgefahren? Zugegeben, ich selbst habe diese wunderbaren Gefährte bislang nur von unten beobachtet und habe gekniffen, als ich vor vielen Jahren einmal die Möglichkeit gehabt hätte mitzufahren – und doch liebe ich es, wenn sie im Sommer am Horizont vorbeischweben. So hatte ich auch gleich das Bild eines Ballons vor Augen, als ich mich mit dem heutigen Thema beschäftigt habe: Ballast abwerfen.

Auch wenn die Ballonfahrer dies erst wieder in den wärmeren Monaten tun (genau genommen die im Gasballon, im Heißluftballon wird die Luft in der Hülle mit dem Brenner erhitzt) – wenn sie Höhe gewinnen wollen, werfen sie kontrolliert Sand oder auch Wasser ab –, ist der Jahresbeginn für uns Normalos der perfekte Zeitpunkt, um einen Teil unseres persönlichen Ballasts abzuwerfen, um einen Level weiterzukommen.

Vielleicht haben Sie „zwischen den Jahren“ Ihren Kleiderschrank ausgemistet, den Keller aufgeräumt oder Ihren Schreibtisch von Papierstapeln befreit? In der Tat, diese Arbeit macht den wenigsten Menschen Freude – aber wie haben Sie sich danach gefühlt? Viele schildern, dass Sie sich danach vielleicht ein wenig erschöpft fühlen, aber auch irgendwie freier, vielleicht verspüren sie auch regelrecht Lust auf Neues. Genauso, wie der Ballon steigt, wenn Ballast abgeworfen wird, und wir Raum für Wachstum und Neues schaffen, wenn wir zu Hause oder auch im Büro ausmisten, genauso tut es uns gut, wenn wir in unserem eigenen Leben hin und wieder Ballast identifizieren und uns von ihm trennen. Und dafür ist der Januar ein guter Zeitpunkt!

Was sind nun möglicherweise Sand und Wasser in unserem Leben, die wir abwerfen könnten, um auf unserem persönlichen Weg weiter zu kommen? Was sind die alten Klamotten und Kisten in unserem Keller, die wir aussortieren könnten, um Raum für Neues zu schaffen?

Ganz klar, die Antwort wird für jeden von uns unterschiedlich ausfallen.

Zu Beginn sind hier einige Beispiele:

  • Mitgliedschaften, Abos und Co.: Wo fallen regelmäßige Kosten an und Sie haben ein schlechtes Gewissen, weil Sie schon lange nicht mehr im Verein waren, den Fitnessclub kaum nutzen oder nur Ihr Kontoauszug Sie hin und wieder noch an Ihr Abo erinnert?
  • Bekannte und (sogenannte) Freunde: Mit wem haben Sie sich vielleicht früher gut verstanden, aber inzwischen längst auseinandergelebt? Wenn ein Treffen ansteht oder die Person anruft, spüren Sie förmlich, wie Ihre Laune schlechter wird?
  • Rituale: Was machen Sie – allein oder vielleicht auch in der Familie oder gemeinsam mit Freunden – regelmäßig, obwohl die Freude daran schon längst verflogen ist?
  • Hobbys: Was machen Sie, weil Sie es schon ewig tun … aber genau genommen hätten Sie viel mehr Freude daran, etwas anderes auszuprobieren?
  • Dumme Angewohnheiten: Was tun Sie, obwohl Sie wissen, dass es Ihnen nicht gut tut?

Bezogen auf den Job könnten Sie hier fündig werden:

  • Aufgaben: Von welchen Aufgaben würden Sie sich gern trennen, wenn Sie könnten? Vielleicht weil sie sie langweilen, weil Sie den Eindruck haben, dass Sie anderes viel besser können oder weil Sie dafür einfach nicht der/die Richtige sind?
  • Projekte: Welche Projekte sollten Ihrer Meinung nach eingestellt werden, um mehr Zeit und Raum für andere zu haben?
  • Meetings: Gibt es bestimmte Termine, die regelmäßig stattfinden, die man aber eigentlich abschaffen könnte / sollte?

Wenn Sie angestellt sind, können Sie natürlich den „Ballast“ nicht einfach ungefragt abwerfen (es sei denn, Sie kündigen – wenn Sie feststellen, dass es nicht damit getan ist, sich von einzelnen Dingen zu trennen, sondern Sie sich grundsätzlicher neu orientieren möchten). Aber auch dann können Sie diese Punkte für sich sammeln und entsprechend vorbereitet in das nächste Mitarbeitergespräch gehen bzw. gezielt das Gespräch mit Ihrer Chefin oder Ihrem Chef suchen.

Wenn Sie selbständig sind, könnten Sie zudem einen Blick auf diese Liste werfen, um auf eigene Ideen zu kommen:

  • Kunden(typen): Welche Kunden liegen mir (uns) nicht? Für welche bin ich vielleicht nicht die/der Richtige? Über welche ärgere ich mich womöglich regelmäßig?
  • Produkte / Dienstleistungen: Gibt es bestimmte Produkte oder Dienstleistungen, die ich künftig nicht mehr anbieten will? Um mich klarer bzw. anders zu positionieren? Um bei den anderen Dingen besser zu werden oder vielleicht auch endlich die neue Idee umzusetzen, über die ich schon länger nachdenke?
  • Partner / Mitarbeiter: Ganz ehrlich, gibt es möglicherweise auch Partner, Lieferanten oder Mitarbeiter, bei denen ich den Eindruck habe, dass es besser wäre, wenn wir 2017 getrennte Wege gehen? So wertschätzend wie möglich und zum Wohle beider Seiten?

Kriterien dafür, um den „Ballast“ zu identifizieren, der Sie persönlich – im wahrsten Sinne des Wortes – belastet, können diese sein:

  • Was kostet mich viel Energie? Wo verbrenne ich Zeit, Geld, Gedanken … und bin möglicherweise am Ende regelmäßig frustriert?
  • Wo bzw. wem gegenüber bin ich unfair?
  • Wo habe ich ein schlechtes Gewissen, weil ich doch schon längst mal wieder …
  • Wo bleibe ich unter meinen Möglichkeiten, weil es einfach nicht „meins“ ist?
  • Was schiebe ich immer wieder vor mir her?
  • Bei welchen Terminen freue ich mich, wenn Sie abgesagt oder verschoben werden?
  • Bei wem oder was muss ich mich verbiegen? Gegen meine Werte, meine Bedürfnisse oder das handeln, was mich persönlich antreibt?
  • Wer bzw. was tut mir nicht gut?
  • Wo bin ich möglicherweise „rausgewachsen“?

Können wir nun den „Ballast“ immer „einfach so“ abwerfen? Wie den Sand oder das Wasser vom Ballon aus? Ist das nicht zu einfach gedacht? Es kommt darauf an. Bei bestimmten Dingen braucht es tatsächlich nicht mehr als unsere klare Entscheidung. Haben wir sie getroffen, können wir z.B. eine Mitgliedschaft kündigen oder unseren Freunden offen sagen, dass sie uns zum Spieleabend bitte erst einmal nicht mehr einladen mögen (bei anderen Gelegenheiten aber sehr gern!).

In anderen Fällen ist es nicht so einfach: Manche Aufgaben z.B. müssen – zumindest von irgendjemandem – gemacht werden. Hier führt uns ein einfaches „Ich will das nicht mehr“ nicht weiter. Dann gilt es, nach einer anderen Lösung zu suchen: Lässt sich die Aufgabe delegieren? Gibt es jemanden, der sie gern übernimmt, der sie fairerweise im Wechsel mit Ihnen übernehmen sollte oder der eine entsprechende Dienstleistung gegen Bezahlung anbietet? Wenn andere Menschen beteiligt sind, kann es auch wichtig sein, den „Ballast“ nicht abrupt abzuwerfen, sondern den Ausstieg anzukündigen, damit andere Beteiligte sich in Ruhe (und evtl. mit Ihrer Unterstützung) auf die Neuzeit vorbereiten können. So lässt sich sicherstellen, dass man ordentlich und „mit einem guten Gefühl“ Abschied nehmen kann.

Gelingt es dennoch nicht, Ballast hinter sich zu lassen, obwohl man für sich weiß, dass es richtig wäre, dann kann es hilfreich sein, sich diese Fragen zu stellen:

  • Was hindert mich, wovor habe ich möglicherweise Angst?
  • Was steht für mich an, bevor ich diesen Schritt gehen kann?
  • Welche positiven Aspekte gibt es trotz allem, die ich nicht hinter mir lassen möchte? (Dann lohnt es sich zu schauen, ob an die Stelle des Abschieds eine Veränderung treten könnte – oder ob es das Positive vielleicht auch woanders gibt.)

In manchen Fällen hilft es, sich mit einem vertrauten Menschen oder auch einem neutralen Gesprächspartner zusammenzusetzen, um Klarheit in die eigenen Gedanken zu bringen und die eigenen Entscheidungen vorzubereiten.

Die vielleicht wichtigste Frage zum Schluss: Wozu das Ganze, was ist das Gute am Ausmisten und „Ballast abwerfen“? All das, was Sie an Ballast hinter sich lassen, hat bisher Ihre Zeit in Anspruch genommen, es hat Ihre Aufmerksamkeit, Energie und vielleicht auch Ihr Geld gekostet. Fällt dies nun weg, dann ist plötzlich mehr für anderes da: mehr Zeit, Geld, Aufmerksamkeit und Energie! Für das, was Sie vielleicht im Kleinen schon begonnen haben, für Sie persönlich und andere Menschen, die Ihnen wichtig sind, für Neues, das Sie 2017 beginnen möchten, …

Durch unsere Entscheidung, Ballast hinter uns zu lassen, machen wir das Neue möglich und stärken es!

Lassen Sie mich zum Abschluss neben das vom Gasballon noch ein weiteres Bild stellen: Sicher wissen Sie, dass bestimmte Pflanzen – sei es ein Apfelbaum oder ein Rosenstock – regelmäßig beschnitten werden müssen. Vielleicht legen Sie sogar selbst regelmäßig im Garten oder auf dem Balkon Hand an.  Dann haben Sie es bereits erlebt: Nur durch den Beschnitt kann die Kraft gezielt in bestimmte Äste und Triebe gehen, die dann umso schneller und kräftiger wachsen können. Die Pflanze bedankt sich einige Monate später mit prächtigen Blüten oder saftigen Äpfeln.

Was sind Ihre persönlichen Früchte, denen Sie durch den „Beschnitt“ bei der Entwicklung helfen möchten? Was möchten Sie ernten?

Foto: © natalia_maroz – Fotolia.com

6. Januar 2017|

Neues Förderprogramm für Freiberufler, Selbständige und KMU: Beratungszuschüsse von 50% und mehr

Pünktlich zum Jahresbeginn ist das neue Förderprogramm „Förderung unternehmerischen Know-hows“ gestartet. Damit gelten ab 01.01.2016 neue Beratungsrichtlinien. Zuständig ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

Ich bin als Beraterin beim BAFA gelistet. Gern prüfe ich gemeinsam mit Ihnen, ob eine entsprechende Förderung für Sie infrage kommt. Ja nach Standort und Unternehmenssituation können Freiberufler, Selbständige und kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) einen Zuschuss zwischen 50% und 80% erhalten, insgesamt maximal 1500 bis 3200 EUR.

Das Programm richtet sich an drei Gruppen:

1. junge Unternehmen, die nicht länger als zwei Jahre am Markt sind (sog. Jungunternehmen)
2. Unternehmen ab dem dritten Jahr nach der Gründung (sog. Bestandsunternehmern)
3. Unternehmen, die sich in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befinden – unabhängig vom Unternehmensalter (Unternehmen in Schwierigkeiten)

Wichtig ist zudem, dass der Firmensitz in Deutschland ist und das Unternehmen der EU-Mittelstandsdefinition für kleine und mittlere Unternehmen entspricht.

Weitere Informationen finden Sie hier oder auch direkt auf der Website des BAFA.

Sprechen Sie mich sehr gern an, wenn Sie mehr wissen möchten!

7. Januar 2016|

Neue Büroadresse in Eimsbüttel ab 10. August 2015

Nach einer schönen Zeit in der Rothenbaumchaussee ziehe ich jetzt in größere Büroräume in Eimsbüttel: Ich freue mich, Sie ab Montag, 10. August 2015, in der Eimsbütteler Chaussee 84 zu begrüßen!

Sie finden Nina Kreutzfeldt – Coaching & Beratung ebenso wie den Kreutzfeldt digital Verlag im ersten Stock einer schönen Bürovilla, ruhig gelegen in zweiter Reihe hinter der beliebten Soul Kantine, bekannt für ihren guten Mittagstisch.

Das Büro ist gut erreichbar per Auto, Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Es befindet sich gut fünf Minuten entfernt von der U-Bahn-Station Emilienstraße (U2) oder der Bushaltestelle Alsenplatz (Linie 25). Parkplätze sind meist direkt in der Eimsbütteler Chaussee, der Alsenstraße oder den umliegenden Seitenstraßen vorhanden.

Adresse in Google Maps
7. August 2015|

Website 2.0 mit erweitertem Inhalt

Hamburg, 10.01.2015: Es ist soweit, heute ist die komplett neue Version meiner Website gelauncht, die in den letzten Wochen entstanden ist. Neben meinen Coaching-Angeboten für Privatkunden, die berufliche Veränderungen angehen wollen, finden jetzt auch Unternehmerinnen und Unternehmer eine Übersicht über Coaching und Strategieberatung speziell für sie und Ihre Unternehmen.  Firmen können sich ausführlicher als bisher über Workshops zur Teamentwicklung und zu meinem Spezialthema virtuelle Teams informieren.

 

10. Januar 2015|

Video-Interview zur Rolle als Business Coach

Hamburg, 4. April 2014: Was bedeutet es, mit Menschen als Business Coach an einem Thema zu arbeiten? Und was ist eigentlich MINDFUCK®-Coaching? Diese und andere Fragen stellte mir Kerstin Carlstedt von der Interview Lounge im Video-Interview.

Gedreht haben wir unter anderem auf dem Dockland, einem Bürogebäude direkt an der Elbe, von dem man einen besonders schönen Blick auf den Hamburger Hafen hat.

Das Ergebnis ist ab sofort hier zu sehen:

 

 

4. April 2014|